COSMOPOLITAN
SEPTEMBER 2006
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JOB
anche Sät-
ze begleiten uns ein ganzes Berufsleben lang.
Weil sie zeitlos sind, in unterschiedlichsten
Situationen anwendbar, aber trotzdem im-
mer den Kern der Sache treffen. Um solche
markanten Leitformeln für den Job zu finden,
haben wir führende Berater aus dem deutsch-
sprachigen Raum gebeten, uns ihre wichtigs-
te Maxime preiszugeben und zu erläutern.
Denn sie alle haben im Laufe ihrer Coaching-
Karriere jeweils eine zentrale These heraus-
gefiltert, die die Quintessenz ihres umfang-
reichen Wissens und ihrer Erfahrung dar-
stellt. Das Ergebnis unserer Recherchen wird
Sie sicher weiterbringen. Viel Erfolg!
WIE ERREICHE ICH MEINE ZIELE?
WIR HABEN
TOP-COACHES
NACH IHREM
KARRIERE-MANTRA GEFRAGT
Von Bärbel Schwertfeger und Isabell Nitzsche
M
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ZEHN
KÖNIGSWEGE
ZUM
ERFOLG
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SEPTEMBER 2006
COSMOPOLITAN
„WECHSELN SIE IHRE
PERSPEKTIVE“
Sie engagieren sich und schuften wie eine Be-
sessene, und Ihr Boss ist trotzdem unzufrie-
den mit Ihnen. Ihr Ärger darüber ist zwar ver-
ständlich, aber lediglich aus Ihrer Sicht. „Nur
wer auch die Ziele seines Chefs im Auge hat,
„DESIGNEN SIE SICH IHREN
JOB SELBST“
Sie haben eine gute Stelle, sind aber unzufrie-
den? „Oft sind es nur Kleinigkeiten, die zum
Glück fehlen“, sagt Madeleine Leitner. Und die
lassen sich ändern, wenn wir die Sache aktiv
angehen. „Drehen Sie den Spieß um und gestal-
ten Ihren Job selbst“, rät die Psychologin. Was
stört Sie? Was ist Ihnen wirklich wichtig? Was
lässt sich ändern? Warum nicht einen Teil der
Arbeit im Home-Office erledigen? Oder in ein
anderes Team wechseln? Möglich ist vieles.
Vorausgesetzt, Sie wissen, was Sie wollen.
Madeleine Leitner, Dipl.-Psycho-
login, Mitarbeit am Bestseller
Durchstarten zum Traumjob“.
www.karriere-management.de
„ERKENNEN SIE ALTE MUSTER“
Unbewusste Schemata aus der Kindheit be-
stimmen oft unser Verhalten“, sagt Roswita
Königswieser. Das ist der Grund, weshalb es
in einigen Situationen immer wieder knirscht.
Eine Marketingleiterin etwa ist frustriert,
weil sie ihre Forderung nach einem größeren
Budget wieder nicht durchsetzen konnte. Was
passiert? Kaum sagt der Chef nein, zieht sie sich
in ihr Schneckenhaus zurück statt zu kämp-
fen. Wie schon als Kind verzichtet sie auf vie-
les – aus Angst vor Ablehnung. Einfach ist es
nicht, solche Muster zu entdecken. „Fahnden
Sie nach dem roten Faden“, empfiehlt die Be-
raterin. Suchen Sie sich dazu drei Situationen
aus verschiedenen Lebensphasen. Wann waren
Sie als Kind, Jugendliche und Erwachsene
besonders traurig oder frustriert? Gab es
bestimmte Auslöser? Waren Sie zu nachgiebig?
Wollten Sie immer Recht haben? Königswieser:
„Wer seine Muster kennt, kann professionel-
ler mit seinen Problemen umgehen.“
Roswita Königswieser, Expertin
für systemische Organisations-
beratung und Psychoanalytike-
rin. www.koenigswieser.net
kommt weiter“, erklärt Sabine Dembkowski. Viele Arbeitnehmer sind zu
sehr in ihrem eigenen Kosmos gefangen und vergessen darüber, auch
im Sinne der ganzen Abteilung oder Firma zu denken.
So wie die Personalleiterin, die ihre ganze Energie daransetzt, Pro-
gramme zur Bewerberauswahl, Talentförderung und flexiblen Vergü-
tung zu initiieren. Nur ihr Chef weiß diese Arbeit nicht zu schätzen.
Der Grund ist aus seiner Sicht nachvollziehbar: Keines ihrer Projekte
passt zu seinen aktuellen Prioritäten. Für ihn stehen derzeit nämlich
vor allem Kostensenkung und Personalreduzierung auf der Agenda.
„Versetzen Sie sich einmal in die Situation Ihres Vorgesetzten“,
rät Sabine Dembkowski. Worauf kommt es ihm an? Was sind seine
drei derzeit wichtigsten Ziele? Und was tragen Sie konkret dazu bei,
damit er diese erreicht? Bei der Beantwortung dieser Fragen ist der
Aha-Effekt garantiert. „Im Extremfall wird Ihnen bewusst, dass Sie nur
fünf bis zehn Prozent Ihrer Zeit darauf verwenden, die Pläne Ihres
Chefs bewusst zu unterstützen.“ Die Konsequenz: Prioritäten verändern,
Aufgaben delegieren und mit neuer Sichtweise argumentieren. Erklä-
ren Sie Ihrem Vorgesetzten, wie sehr er von Ihrer Arbeit profitiert.
Dr. Sabine Dembkowski ist Gründerin und Direktorin
von The Coaching Centre mit Büros in Köln und London
und war vorher in der strategischen Unternehmungs-
planung tätig. www.thecoachingcentre.com
JOB
WER DEN GEWOHNTEN
BLICKWINKEL ÄNDERT,
KANN
NUR GEWINNEN
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JOB
„GUTE BEZIEHUNGEN SIND EIN GRUND-
PFEILER DES ERFOLGS“
Ein neuer Friseur, ein guter Arzt – geht es um Personen unseres
Vertrauens, verlassen wir uns auf die Empfehlungen v0n Freundin-
nen. „Firmen machen das genauso, sie recherchieren in ihrem Netzwerk:
,Kennen Sie jemanden für diese Position oder jenen Auftrag?‘“ Für
Monika Scheddin, Spezialistin im Bereich Networking, spielen beim
Beziehungenpflegen drei Dinge eine wichtige Rolle: 1. Teilen können.
Geben Sie, dann wird Ihnen gegeben. Wer Angst hat, dass andere nur
vom fremden Know-how profitieren wollen, signalisiert Schwäche.
2. Danke sagen. Kleines Wort, große Wirkung – daher nie vergessen.
3. Die absichtslose Absicht. Gute Netzwerkerinnen üben sich in Geduld.
Sie haben Interesse an anderen Menschen und investieren Zeit in die
Beziehung. Dafür gibt es jede Menge wertvoller Infos und irgendwann
vielleicht auch ein interessantes Jobangebot. Größte Todsünde: Men-
schen nur wegen ihrer Position anzusprechen – jeder hilft gern, aber
jeder merkt auch schnell, wenn er nur benutzt wird.
Monika Scheddin, Coach und Gründerin der Woman’s
Business Akademie sowie Autorin des Ratgebers „Er-
folgsstrategie Networking“. www.womans.de
„MACHEN SIE IHRE ÄNGSTE ZU VERBÜNDETEN“
Einen Vortrag vor hundert Leuten halten. Den Vertrag mit schwieri-
gen Kunden aushandeln. Auch wenn Ihnen schon der Gedanke daran
Unbehagen bereitet – trauen Sie sich! Denn Sie können weit mehr als
Sie denken. „Erweitern Sie Ihre Komfortzone“, appelliert Wolfgang
Walter. Stellen Sie sich bewusst neuen Herausforderungen.
Die Furcht vor einer Blamage ist verständlich. Aber wie jede Emo-
tion weckt sie auch Energie. Und die verpufft ungenutzt, wenn Sie wie
das Kaninchen vor der Schlange erstarren. Nur wer seine Ängste aktiv
angeht, kann sie überwinden – und von ihnen profitieren. Denn hin-
ter jeder Befürchtung steckt auch eine positive Absicht. Schließlich ist
es durchaus sinnvoll, sich vor einer Niederlage schützen zu wollen.
„VERSÖHNEN SIE SICH MIT
IHREM STRESS“
Sie stehen im Job unter Hochdruck und ärgern
sich darüber? „Akzeptieren Sie den Stress“,
rät Louis Lewitan, „er ist Energie.“ Der Coach ist
überzeugt, dass es keine Arbeit ohne Stress gibt.
Es geht nur darum, ihn positiv zu lenken. Ler-
nen Sie Ihre Grenzen kennen, statt sich darüber
hinwegzusetzen. Überdenken Sie Ihre Glaubens-
sätze. Heißen die „Ich muss immer die Beste
sein“ oder „Ich darf im Job keine Gefühle zeigen“?
Das ist Raubbau an Ihren Kräften. Besser: Gren-
zen ausdehnen. Mit Sätzen wie „Ich kann nicht
alles schaffen“ zeigen Sie Stärke und Profil.
Reden Sie Klartext mit Chefs und Kollegen,
statt sich anzupassen. Sonst haben Sie Stress,
weil Sie in einer Rolle stecken
die Ihnen nicht entspricht.
Louis Lewitan, Coach, Psycholo-
ge. E-Mail: louis@lewitan.de
„Machen Sie Ängste zu Ihren Verbündeten“,
so der Rat des Coach. Selbstvertrauen oder po-
sitives Denken allein genügt nicht. „Sie müssen
schon etwas dafür tun“, sagt der Psychologe.
Entscheidend sind Sorgfalt und Kompetenz.
Gute Vorbereitung ist alles. Wenn es trotzdem
schief geht? Dann ist das meist auch kein Bein-
bruch. Fehler sind der beste Lehrmeister – so-
lange man sie erkennt. Und die nächste Chan-
ce kommt bestimmt.
Wolfgang Walter, Coach bei der
Personalberatung Heidrick &
Struggles. www.heidrick.com
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ZEIGEN SIE, WER SIE SIND UND WAS SIE
KÖNNEN:
DER JOB IST IHRE BÜHNE
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„ZÄHMEN SIE IHREN PERFEKTIONISMUS“
Sie sind stolz darauf, dass alles bis aufs i-Tüpfelchen stimmt? Leider zahlt
sich Detailliebe nicht immer aus. Wenn Frauen vehement um Kleinig-
keiten kämpfen, wirkt das oft nicht engagiert, sondern unsouverän.
„Wer sich auf Einzelheiten fixiert, verliert schnell den Blick fürs
Wesentliche“, warnt Coach Susanne Alwart. Die Ökonomin, die auch
andere Trainer ausbildet, rät deshalb zum Umdenken. Worauf kommt
es wirklich an? Ist es wichtiger, dass der Bericht nicht einen einzigen
Tippfehler enthält oder dass Sie Kunden mit einer neuen Argumenta-
tion von Ihrer Dienstleistung überzeugen? Bewährte Gegenstrategie
bei übergroßer Detailversessenheit: genau überlegen, wie viel Zeit ei-
ne Aufgabe kosten darf. Da hilft das Pareto-Prinzip – die letzten 20
Prozent fürs Ergebnis brauchen 80 Prozent der Zeit. Also statt eine
Aufgabe hundertprozentig erfüllen zu wollen, lieber mehr Aufgaben
zu 80 Prozent erledigen. Vorsicht Falle: auf keinen Fall Themen stets
bis ins Letzte recherchieren, Aspekte immer weiter aufdröseln, Dinge
nicht aus der Hand geben wollen. „Entwickeln Sie
Gelassenheit“, so Alwart, „und akzeptieren Sie Tat-
sachen. Wo gehobelt wird, fallen Späne.“
Susanne Alwart ist Ökonomin, Coach
und Ausbilderin für Coaches, und
lehrt an der Universität Lüneburg.
www.alwart-team.de
„DEN MARKTWERT PUSHEN“
Werden Sie Ihr eigener Trendscout! „Was Sie
gestern gelernt haben, ist morgen schon wie-
der überholt. Nur wer auf dem neuesten Stand
und damit attraktiv für seinen Arbeitgeber
bleibt, sichert seinen Job“, weiß Doris Bren-
ner. Viele sind gut in ihrem aktuellen Fachge-
biet, aber nur die wenigsten machen sich
Gedanken darüber, welche Anforderungen sie
in Zukunft erfüllen müssen.
„Verlassen Sie Ihren Trott“, empfiehlt die
Beraterin und Buchautorin (z.B. „Karrierefak-
tor Self-Assessment“, Haufe). Seien Sie offen
für neue Themen, Methoden und Projekte,
und tauschen Sie sich regelmäßig mit Insidern
darüber aus, wie sich die Märkte entwickeln.
MUT ZUR LÜCKE
UND GESPÜR FÜR NEUES
VERLEIHEN STÄRKE
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„HABEN SIE MEHR MUT ZUM
SOUVERÄNEN AUFTRITT“
Überzeugen Sie ohne Worte. „Auftreten und
Kleidung sind so wichtig wie Ihre Botschaft“,
sagt Reiner Neumann. Welches Styling passt zu
welcher Situation? Ein Vortrag erfordert ein
anderes Outfit als ein Meeting mit Kollegen.
Ebenso entscheidend: die passende Körperspra-
che. Fester Stand, unterstützende Gestik, regel-
mäßiger Blickkontakt. Üben!
Reiner Neumann, Psychologe,
Coach und Autor. www.der-
perfekte-auftritt.de
„HALTEN SIE SICH AN DIE SPIELREGELN“
Aufstieg durch Topleistung? Beim Weg nach oben wiegt ein anderer Fak-
tor mindestens genauso schwer: „In Unternehmen gelten auch Regeln
für den Erfolg, die nichts mit der direkten Performance zu tun haben“,
sagt Coach Achim Mollbach. Dies sind „Männer-Regeln“. So bilden Män-
ner Koalitionen, ohne große Worte. Nur das gemeinsame Ziel zählt.
Sie haben Lust an Macht. Hinter rationalen Entscheidungen stehen
daher oft profane Machtspiele. Da kann eine Frau noch so gut argumen-
tieren, der Stärkere gewinnt. Also hilft nur mitspielen statt jammern.
Männer belegen die „Star-Themen“, die Image und Prestige brin-
gen. Frauen befassen sich hingegen gern mit Themen, weil sie Spaß
machen oder sinnvoll wirken. Also Vorsicht, nicht alles, was Ihnen als
wichtig verkauft wird, ist es auch. „Frauen müssen aufpassen, dass sie nicht
von erfolgswilligen Männern in sogenannte Aschenputtel-Themen
gedrängt werden“, warnt Mollbach. Haben Sie ein Topthema souverän
besetzt, müssen Sie es weiterhin gekonnt vermarkten. Sonst droht die
nächste Falle: das „Dornröschen-Syndrom“. Frauen warten leider oft,
bis sie wach geküsst werden. Bis dahin sind Männer schon längst mit
ihren Ideen vorbeigezogen. Unternehmen sind nun mal Marktplätze,
auf denen sich jeder rechtzeitig positionieren muss.
Achim Mollbach, Coach bei Kienbaum Consultants In-
ternational, einem der Branchenführer mit Kernkom-
petenz Managementberatung. www.kienbaum.de
Filtern Sie ebenso heraus, wo Sie individuelle
Stärken am besten einsetzen können. „Das ist
wie in der Mode“, erklärt Brenner. „Nur tren-
dig auszusehen hilft nicht, das Kleidungsstück
muss auch gut passen.“
Doris Brenner, Gründungsmit-
glied, Vorstand der Deutschen
Gesellschaft für Karrierebera-
tung e. V. www.karriereabc.de
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