M
anagem
ent
Produktion
Nummer 27
6. Juli 2006
Organisation von Geschäftsprozessen
Coaching-Prozess
von
Michael Gestmann
Produktion Nr. 27, 2006
LANDSBERG (kk). Als Methode der in-
dividuellen Entwicklung von Füh-
rungskräften ist das Coaching mittler-
weile anerkannt. Doch Coaching ist
nicht gleich Coaching, zu sehr unter-
scheiden sich Anlässe und Aufgaben-
stellungen. So gibt es beim Coaching
und bei der Auswahl eines Coachs ei-
niges zu beachten.
Eine Führungskraft fühlt sich dem
Leistungsdruck nicht mehr gewach-
sen und zieht die Notbremse. Eine
Nachwuchskraft soll erste Führungs-
erfahrungen reflektieren. „Anlässe für
ein Coaching gibt es reichlich“, weiß
Anne-Rose R aisch, Geschäftsführerin
Raisch & Team, Waldenbuch/Stutt-
gart, aus Erfahrung. Kaum ein Bera-
tungssegment boomt so sehr wie das
Coaching. Die Vorteile erläutert
Psychologieprofessor Egon Stephan,
Universität Köln: „Der Coach fungiert
als Gesprächspartner und ermöglicht
es dem Coachee, seine Stärken opti-
mal zu nutzen und weiterzuentwi-
ckeln.“ Stephan hebt hervor, dass ein
Coach nicht nur über entsprechende
fachliche Kompetenzen, sondern
auch über viel psychologisches Kön-
nen und Fingerspitzengefühl verfü-
gen sollte. „Häufig spielen Emotionen
eine wichtige Rolle für den beruf-
lichen Erfolg und so für den Erfolg
des Coachings“, begründet dies Egon
Stephan, dessen INEKO-Institut ab
Herbst 2006 in einem neuen Ausbil-
dungsgang Führungskräfte, Berater
und Trainer berufsbegleitend zum
Coach qualifiziert. Hierbei nimmt
u. a. das Konfliktmanagement einen
wichtigen Platz ein.
Beim Executive-Coaching von Top-
Führungskräften, Geschäftsführern
und Vorständen stellen sich weitere
Anforderungen an
den Coach. „Er
muss auf Augen-
höhe mit seinen
Klienten umge-
hen, sehr schnell
die kritischen,
aber erfolgswirk-
samen Punkte the-
matisieren können
und das Umfeld
von Top-Führungs-
kräften aus eigenen
Erfahrungen kennen,
um akzeptiert zu wer-
den“, berichtet Dr. Sabine
Dembkowski, Geschäftsführe-
rin von The Coaching Centre mit Sitz
in Köln und London. Für ihre Arbeit
bezeichnet sie es als hilfreich, dass sie
selbst jahrelang auf internationaler
Ebene als Managerin tätig war. Sie
hat sich ganz auf das Thema Execu-
tive Coaching spezialisiert.
Wer einen Coach sucht, sollte sich
vorab über die genaue Zielstellung,
die angestrebten Effekte und die zu
erreichenden Zielgrößen klar wer-
den. Coach Joachim Kipke, Raisch &
Team, fordert, dass sich ein Coach an
den Erfolgen seiner Arbeit messen
lassen sollte. „Die erreichte Verände-
rung sollte für den Auftraggeber
sichtbar und messbar sein“, so Kipke,
der als langjähriger Geschäftsführer
eines mittelständischen Fertigungs-
unternehmens die Anforderungen
Offshoring
Deutsche Autoentwickler stark unter Druck
von
Claus Wilk
Produktion Nr. 27, 2006
MÜNCHEN. Die Automobilbranche
wird in den kommenden Jahren in
puncto Entwicklungsleistungen stär-
ker auf die Verlagerung in Niedrig-
lohnländer setzen. Zu diesem Ergeb-
nis kommt eine Studie von Mercer.
Insbesondere bei Konstruktions-, Be-
rechnungs- und Simulationsleistun-
gen lassen sich die Entwicklungskos-
ten der Autobauer um bis zu 30% re-
duzieren. Damit geraten vor allem die
Entwickler in Deutschland unter
Druck, warnen die Experten von Mer-
cer Management Consulting. „Der
Druck auf die Kosten deutscher Ent-
wicklungsstandorte ist immens. Es
gibt mittlerweile Entwicklungsleis-
tungen, die sich nur an Low-Cost-
Standorten zu wirklich wettbewerbs-
fähigen Kosten erbringen lassen“, be-
tont Christian Kleinhans, Partner und
Automobilexperte von Mercer.
Für die Entwicklungskapazitäten
der Automobilhersteller werde Off-
shoring zwar auch in Zukunft nur ei-
ne geringe Bedeutung haben. Dafür
erhöhen die Zulieferer ihren Off-
shore-Anteil auf bis zu 5 % des ge-
samten Forschungs- und Entwick-
lungsaufwands (F&E). Engineering-
Dienstleister bringen es hier gar auf
15 % und mehr. Nach den Berechnun-
gen der Mercer-Marktforscher könnte
das Offshore-Volumen weltweit bis
zum Jahr 2015 von derzeit 600 Mio
Euro auf 4,5 Mrd Euro anschwellen.
„Erfolgreiche Automobilzulieferer
werden künftig Offshore-Quoten zwi-
schen 5 % bei Konstruktionsleistun-
gen und 40% bei Berechnungs- und
Simulationsleistungen erreichen“,
prognostiziert Kleinhans. Insgesamt
hat die deutsche Automobilindustrie
im vergangenen Jahr etwa 16 Mrd
Euro für Forschung und Entwicklung
ausgegeben und kommt damit auf ei-
nen Umsatzanteil von 7 %.
Lohnnebenkosten sinken seit Juli 2005
© Pr o dukt io n
Q ue ll e : Gl o bus
Die Lohnne-
benkosten
befinden sich
im Sinkflug.
Das liegt daran,
dass im Juli
2005 die paritä-
tische Beteili-
gung der
Arbeitnehmer
und Arbeitge-
ber bei den
Beiträgen zur
Krankenversi-
cherung aufge-
geben wurde.
Die Entlastun-
gen kommen
den Arbeitge-
bern zugute.
Interne Streitigkeiten
bedrohen einen Familien-
betrieb. Eine Führungskraft
fühlt sich dem Druck nicht
mehr gewachsen ... Anlässe
für Coaching sind vielfältig.
@
Sagen Sie uns Ihre Meinung:
Mail an: redaktion@produktion.de
aus eigenen Erfah-
rungen kennt. Laut
Kipke muss sich ein
Coach als kritisches
Gegenüber auszeich-
nen, der eine deutliche Sprache
spricht und sich nicht scheut, ausge-
blendete Aspekte zu beleuchten.
„Der Coachingprozess beginnt mit
dem Briefing durch den Auftraggeber.
Darauf folgt eine Standortbestim-
mung des Coachees. Anschließend er-
arbeitet der Coach auf dieser Basis
ein Förderprogramm, dessen Inhalte
die Coachingsequenzen strukturie-
ren“, erklärt Kipke. Bestandteil kann
z. B. eine Analyse der Verhaltensprä-
ferenzen des Coachees sein, um
Spannungsfelder zwischen dessen
Persönlichkeit und Rolle/Aufgabe als
Führungskraft im Job aufzuspüren.
„Diskrepanzen sind häufig ursächlich
für Probleme im Beruf“, so Kipke. Be-
währt habe es sich, dass der Coachee
zwischen den Treffen Zeit hat, die er-
arbeiteten Ideen umzusetzen und Er-
fahrungen damit in der Praxis zu
Beratungsprojekte: Die
wichtigsten Erfolgsfaktoren
28
30
Business Intelligence: Wie Atlas
Copco damit Zeit und Geld spart
Praxis
Großer Optimismus statt Frust:
So entwickelt sich der CRM-Markt
Kundenbeziehung
Beratungspraxis
26
Coach reflektiert und zeigt
Handlungsoptionen auf
sammeln. „Diese werden in der fol-
genden Sitzung reflektiert und gege-
benenfalls neue Maßnahmen einge-
leitet“, sagt Joachim Kipke.
Für Regina Först, Coach in Bordes-
holm, ist Vertraulichkeit beim Coa-
ching ein selbstverständlicher Grund-
satz. „Je nach Thema empfiehlt es
sich, einen neutralen Ort außerhalb
des Unternehmens zu wählen, um
Störungseinflüsse zu vermeiden“,
sagt die Expertin für persönliche Aus-
strahlung. Die Dauer eines Coaching-
gesprächs ist je nach Form und Inhalt
verschieden. „Das Coaching kann ei-
ne Stunde am Telefon oder sogar bis
zu einem ganzen Tag betragen, etwa
als Coachingworkshop“, so Regina
Först. Bei akuten Führungs-Krisen
empfehlen sich laut Dr. Sabine Demb-
kowski anfänglich regelmäßige Ter-
mine alle zwei bis drei Wochen. Je
nach Bedarf kann sich der Förderzeit-
raum auf drei bis sechs Monate er-
strecken. Wichtig sei, dass der Coach
für den Coachee telefonisch erreich-
bar ist, um Erlebtes sofort reflektieren
zu können. „Dennoch sollte das Pro-
gramm so gestaltet sein, dass keine
Abhängigkeit entsteht und der Klient
nach dem Programm eigenständig
seine Herausforderungen erfolgreich
meistern kann“, so Dembkowski.
Achten Sie darauf, dass der Coach
¦
zu Beginn den Rahmen
und Auftrag klärt,
¦
sich auf professionelle Kommu-
nikationsmethoden versteht,
¦
Fragetechniken, Diagnose- und
Interventionstools beherrscht,
¦
für ein emotional positives
Lernklima sorgt,
¦
fähig ist, eine intensive, empathi-
sche Beziehung aufzubauen,
¦
Umfeldbedingungen, etwa
Organisationsstruktur und
-kultur etc. kennt und beachtet,
¦
prozess- und ergebnisorientiert
arbeitet,
¦
auf Qualitätssicherung achtet,
d.h. sein eigenes Verhalten
reflektiert und auch den
Prozess dokumentiert.
Mehr zum Thema:
www.arraisch.de, www.in-e-ko.de.,
www.thecoachingcentre.com,
www.regina-foerst.de
Tipps zur Coach-Auswahl
Emotionen spielen wichtige
Rolle für den beruflichen Erfolg
Zielstellungen und angestrebte
Effekte vorab festlegen
Ausbildung zum
TPM-Prozessbegleiter
5-tägige Basisschulung
mit Praxisworkshop
11. - 15. 09. 2006 in Magdeburg
Jetzt buchen mit Frühbucherrabatt!
www.cetpm.de
Tel. (0981) 4877-229, info@cetpm.de
Wir sind die
Verlustjäger...
SEMINARANZEIGEN
Aufbauausbildung
zum KVP-Experten Office
Büroprozesse ohne Verschwendung:
Das BestOffice-System
13.-16.11.2006 Bad Boll
Tel. 07164/931-163
k.westhoff@staufen.ag
www.staufen.ag
Der Top-Event für Top-Entscheider
2. Deutscher Maschinenbaugipfel
17.-18.10.2006 in Berlin
Themen u.a.: Arbeit in Deutschland,
Globalisierung, Industriepolitik, etc...
Info unter
www.maschinenbau-gipfel.de
Wertstromanalyse und -design
¦
Inhouse-Intensiv-Workshops
¦
Grundlagen der schlanken
Produktion direkt anwenden lernen
¦
Durchführung in
Ihrer
Produktion
vor Ort mit
Ihren
Beispielen
GEPRO mbH
Tel. +49.241.88 69 88-0
info@gepro.com
www.gepro.com
www.wertstromfabrik.de
pro06_27_025 29.06.2006 11:50 Uhr Seite 1 pro06_27_025manage